¡Hola!
Seit mittlerweile drei Wochen befinde ich mich wieder im "Ländle", in meinem Dorf Tomaycuri im Norden Potosis. Für das Programm der Fundación Pueblo im Dorf ist seit diesem Jahr eine neue Encargada (Lokalkoordinatorin) zuständig - Sandra, eine Bolivianerin aus Llallagua, die nun mit mir versuchen wird, die Arbeit mit den Becados (Stipendiaten), Anfitrionas (Gastmütter), Dorfautoritäten, LehrerInnnen, ... bestmöglichst zu erledigen und zu koordinieren.
Leider war ich in der ersten Woche, nach nur zwei Tagen im Dorf, wieder einmal krank - wahrscheinlich habe ich etwas Falsches gegessen und schon waren wieder ein paar Tage mit Durchfall und Bauchgrimmen angesagt. Aber gut: Alles was einem nicht umbringt, macht einem nur härter. ;-)
Mit den Transportmitteln hatte ich auch nicht wirklich Glueck: Da ich in der ersten Woche krank war, wollte ich bereits am Donnerstag nach Llallagua fahren und, falls es nicht besser geworden wäre, bis nach La Paz - aber wie immer kam alles anders als geplant: Jenen Donnerstag saß ich ab acht Uhr frueh herum und wartete, dass ein Auto oder LKW käme, das mich mitnähme. Im Endeffekt wartete ich bis fuenf Uhr abends und in diesen neun Stunden des Wartens kam einfach nichts, das irgendwie einem Fahrzeug ähnlich gesehen hätte. Ich weiss selbst nicht, wie ich diese Geduld fuer jene ewigen neun Stunden des Wartens aufgebracht habe - aber vielleicht hat sich ja doch schon etwas bei mir selbst verändert. :-) Schlussendlich fuhr ich erst freitags nach Llallagua.
Nachdem alle 45 Plätze der Schülerpension vergeben waren, begann in der Woche ab 3. Maerz meine Arbeit mit den Kindern. Morgens und abends jeweils zwischen einer und zwei Stunden "Nachhilfe", in denen wir die Hausaufgaben machen, didaktische Spiele spielen und das in der Schule Gelernte vertiefen. Nicht immer einfach, aber mir macht es trotzdem Spaß. Ab dieser Woche, die bereits die fuenfte (!) Schulwoche dieses Jahres darstellt, begann auch der Englisch-Unterricht. Dank der Schulbuecher, die das BG/BRG Freistadt zur Verfügung stellte, kann nun endlich der Unterricht, auch mit meiner Hilfe, abwechslungsreicher gestaltet werden. Erste Fortschritte sind insofern bemerkbar, dass die SchülerInnen, denen die Aussprache der englischen Wörter sehr schwer fällt, mit Hilfe von Liedern viel schneller die richtigen Laute finden und endlich nicht die Wörter einfach so aussprechen, wie man sie schreibt.
Fortsetzung meiner Mausgeschichte: Nachdem nun mein "Ratoncito" (Mäuschen) begann, meine Karotten und mein Brot, das sich in den besten Verstecken befindet, zu fressen, musste eine stärkere Waffe her. Zum ersten Mal in meinem Leben verwendete ich Rattengift und es scheint erfolgreich gewirkt zu haben. Hoffentlich!
Vergangenen Freitag stellten Sandra (Encargada) und ich zum ersten Mal in Boliven Brot her - aus sieben Kilo Mehl und etlichen anderen Zutaten wurden 108 Brötchen gemacht, die fuer zirka eineinhalb Wochen reichen sollten. Das Brot wurde ein voller Erfolg und ich habe bereits wieder Mehl gekauft um weitere "Luxusbrötchen" mit Kaese usw. zuzubereiten.
Da wir uns gerade am Ende des Sommers befinden, ist hier in Bolivien Zeit der Ernte - die Märkte quellen über mit aller Art von Früchten. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich frische Feigen, Chirimoya und Granatäpfel probieren.
In Llallagua, der Stadt, in die ich normalerweise am Wochendende zum Einkaufen, Internet surfen usw. fahre, habe ich mein Zimmer gewechselt - jenes, das ich mit Andreas, dem zweiten Volontär der Fundación Pueblo, der sich bereits wieder in Deutschland befindet, geteilt habe, wurde gekündigt und ich wohne nun im Haus zweier Schweizer, Esther und Philippe, die für zwei Jahre in Llallagua in einem Jugendzentrum arbeiten werden. Und ich muss sagen, es gefällt mir gut - vor allem muss ich mich nicht mehr mit meiner Vermieterin streiten, wenn ich einmal die Woche duschen moechte!
Das Wetter ist zur Zeit sehr unbeständig - manche Tage regnet es beinahe ununterbrochen und alles verwandelt sich in ein riesiges Matschfeld. Aber es gibt auch Tage, an denen die Sonne scheint und die Temperaturen mehr als zwanzig Grad erreichen, was allerdings eine Seltenheit ist.
Zur Zeit ist die wirtschaftliche Lage in Bolivien angespannt, da die Inflation dieses Jahr von Jänner bis März beinahe schon 10% erreicht hat (Quelle: http://www.ine.gov.bo). Manche Analysten erwarten, dass die Inflation bis Jahresende bis zu 30% ansteigen kann. Für mich hat das keine so grossen Auswirkungen, da natürlich auch der Kurs Euro-Boliviano fuer mich besser wird, aber fuer die Bevölkerung, v.a. die ärmeren Schichten, koennte das noch zu einer Katastrophe ausarten.
Wuensche euch nur das Beste aus Bolivien,
ein frohes Osterfest und bis bald,
Andreas
PS: In der Freistädter Rundschau erschien vergangenen Donnerstag ein Artikel ueber meine Arbeit in Bolivien. Hier der Link: http://www.rundschau.co.at/lokales/artikel/2008/03/13/andreas-hilft-in-bolivien-schalern-und-sogar-lehrern
Vielen Dank an Herrn Prof. Aigner, der das ermöglicht hat.
Samstag, 15. März 2008
Freitag, 22. Februar 2008
¡Tschau La Paz!
¡Queridos amigos!
Meine Zeit hier in La Paz, während der ich vor allem im Büro gearbeitet habe, ist vorüber. Morgen geht es wieder mit viel Gepäck in Richtung Llallagua und am Sonntag dann weiter ins Dorf. Drückt mir die Daumen, dass der Regen nicht zu heftig ausfällt, damit alle Straßen gut passierbar sind. Ich freue mich schon wieder auf die Arbeit mit den Stipendiaten und den SchülerInnen im Dorf, denn ein weiters Mal habe ich gemerkt, dass die Büroarbeit einfach nicht das Wahre für mich ist. Klar war das Leben hier mit europäischen Luxus eine angenehme Abwechslung, aber ich habe bereits mehr als die Hälfte meiner Zeit des, nicht immmer einfachen, Alltags am Land ueberlebt. ;-)
Vor allem freue ich mich schon wieder auf den Englisch-Unterricht, der dank der Freistädter Schulbuecher, nun um einiges wertvoller, sinnvoller und lustiger werden wird.
Un saludo de La Paz,
¡hasta pronto!
Andreas
Meine Zeit hier in La Paz, während der ich vor allem im Büro gearbeitet habe, ist vorüber. Morgen geht es wieder mit viel Gepäck in Richtung Llallagua und am Sonntag dann weiter ins Dorf. Drückt mir die Daumen, dass der Regen nicht zu heftig ausfällt, damit alle Straßen gut passierbar sind. Ich freue mich schon wieder auf die Arbeit mit den Stipendiaten und den SchülerInnen im Dorf, denn ein weiters Mal habe ich gemerkt, dass die Büroarbeit einfach nicht das Wahre für mich ist. Klar war das Leben hier mit europäischen Luxus eine angenehme Abwechslung, aber ich habe bereits mehr als die Hälfte meiner Zeit des, nicht immmer einfachen, Alltags am Land ueberlebt. ;-)
Vor allem freue ich mich schon wieder auf den Englisch-Unterricht, der dank der Freistädter Schulbuecher, nun um einiges wertvoller, sinnvoller und lustiger werden wird.
Un saludo de La Paz,
¡hasta pronto!
Andreas
Sonntag, 17. Februar 2008
Halbzeit
¡hola!
¿Cómo están allí en Europa? ¿Todo bien?
Dieser Bericht, die Fotos und, man staune, auch die Videos handeln zum größten Teil vom Karnaval und den ihn umgebenden Ritualen.
Alles begann mit der Ch`alla de la Oficina (Reinigung/Segnung des Büros) am Freitag vor Karnaval, also am 1. Februar. Im gesamten Büro wurden Konfetti mit Zuckerkügelchen verstreut, die Schreibtische mit Luftballonen und Faschingsschlangen geschmückt und danach in alle Ecken Alkohol gegossen. Dieses Ritual, wie alle Ch`allas, sind zu Ehre der Pachamama, also der Mutter Erde (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Pachamama).
Am Nachmittag fuhr ich dann in Richtung Oruro, wo der bekannteste Karnaval Boliviens stattfindet. An diesem Wochenende sind alle Hotels ausgebucht, trotz der gestiegenen Preise, doch ich konnte zum Glück im Haus einer Bekannten unterkommen. Die sicherlich wichtigste Investition dieser Tage war mein Plastikponcho, denn immer und überall wird mit Wasserbomben geschossen und mit Schaum gesprüht. Vor allem die Kleineren haben einen Riesenfreude, wenn sie auf der Strasse einen Gringo (Weissen) getroffen haben. Am Samstag ist dann die grosse Parade der verschiedensten Tanzgruppen, die von 8 Uhr früh bis lange nach Mitternacht dauert. Die BolivianerInnen, die daran teilnehmen, geben zum Teil ein Vermögen aus fuer die Miete der Kostueme, die Startkosten usw. Schon am Vormittag sollte man sich einen Platz auf einen der Holztribühnen reservieren, da am Samstag dann alles voll wird. Ob allerdings diese Tribühnen einer TÜV-Prüfung standgehalten hätten, ist mehr als fraglich. In diesem Zusammenhang muss ich auch über ein trauriges Erlebnis berichten: Die Tribühne wird ueber eine Holzleiter betreten, die durch das Wasser und den Schaum extrem rutschig wird. Am Nachmittag hoerte man auf unserer Tribüne auf einmal ein "Platsch" und dann einen Aufschrei. Zuerst dachte ich, dass ein Kind zwischen den Sitzen durchgerutscht sei und auf den Boden gefallen ist. Doch es war ein, augenscheinlich betrunkener, Mann, der auf der Leiter ausgerutscht war und nun bewusstlos auf dem Boden lag. Das Traurige ist, dass es, obwohl so viele Menschen versammelt waren, ewig dauert bis Hilfe kommt. Zuerst in Form der Militärpolizei, die ihn ihn den Hauseingang zerrte (wenn der eine Wirbelverletzung hatte!) und nach etwa einer halben Stunde in Form des Roten Kreuzes. Aber glaubt nicht, dass hier Spezialisten mit Ausrüstung kamen. Nein, Jugendliche, ich schaetze zwischen 15 und 23 Jahren, die selbst auch nicht wussten, wie sie mit der Situation umgehen sollten. Was mit ihm weiters passiert ist, weiss ich leider nicht - ich wuensche ihm auf alle Fälle das Beste fuer die Genesung. Anzumerken ist hier noch, das der Karnaval in Bolivien im ganzen Land ueber 70 Tote gefordert hat, zum Grossteil Alkoholvergiftungen.
Aber es soll nicht der negative Eindruck überwiegen: Der Karnaval in Oruro war fuer mich eine einmalige Gelegenheit, die verschiedensten Tänze kennenzulernen und einfach auch zu feiern. Für mich war verwunderlich, dass die Leute hier in der Hochebene, die mir bis jetzt eher als zurueckhaltend und oft auch als traurig erschienen sind, ein solches Riesenfest zu feiern.
Am Sonntag ziehen die Gruppen dann ein zweites Mal ein, allerdings war ich da schon auf dem Weg in Richtung Cochabamba (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Cochabamba) . Dort genoss ich fuer zwei Tage das angenehme Klima, streifte ein wenig durch die Stadt und bestaunte die gröesste Christusstatue der Welt.
Bei der "Heimfahrt" nach La Paz hatte ich in Oruro noch einmal die Gelegenheit eine Ch`alla mitzuerleben. Am Dienstag nach Karnaval ist der "Tag der Ch`alla" und es wird alles "gesegnet/gereinigt", was einem wichtig ist - Häuser, Autos, Wohnungen, Geschäfte usw.
Zur Zeit befinde ich mich in La Paz, wo ich tagtäglich im Büro meiner Organisation arbeite - vor allem bereite ich mich auf den Unterricht im Dorf vor, unter anderem indem ich die deutschen Texte der, dankeswerterweise vom BG/BRG Freistadt zur Verfügung gestellten, Englisch-Lehrbücher ins Spanische übersetze.
Am letzten Samstag wurde ich vom Stiftungsleiter, Don Franklin Bustillos, zur Hochzeit seiner Nichte eingeladen - einzige Auflage: im Anzug zu erscheinen. Also ging es am Freitag noch zum Schneider, der mir einen Anzug anpasste und am Samstag noch zum Hemd-und-Schuhe-Kaufen. Der Anzug war weniger Problem, da er ja an meine Größe angeschneidert wurde, aber ein passendes Hemd und Schuhe zu finden, war beinahe unmöglich. Das die Ärmel des Hemdes dann bereits in der Armbeuge endeten, störte dann auch niemanden und so halbwegs passende Schuhe fand ich nach einer mehrstündigen Einkaufstour. Hier muss ich beim Schuhekaufen nicht einfach aussuchen wie in Österreich, sondern ich frage zuerst ob sie Schuhgröße 45 ueberhaupt fuehren. Meist ist die Antwort dann sowieso - Oh, nein. Bis maximal Größe 43 habe ich etwas. Aber gut: All den Problemen zum Trotz wurde die Hochzeit, die in einem der teuersten Hotels der Stadt stattfand, ein wunderschönes Fest mit viel Tanz und gutem Essen. Apropro Tanz: Komisch fand ich, dass man zwar in Paaren tanzt, allerdings steht man sich nur gegenueber und eigentlich tanzt dann ein jeder fuer sich. Ich als Österreicher, der gerne engumschlungen Walzer tanzt, fühlte mich zuerst ein wenig verloren und glaubte, meine Tanzpartnerin hatte nicht wirkliches Interesse. Als ich aber merkte, dass keiner so richtig aufeinander abgestimmt tanzte und sie noch mehrmals mit mir das Tanzbein schwang, war ich beruhigt, dass das Problem nicht bei mir lag. :-)
Am Sonntag genoß ich bei einem Spaziergang im Süden der Stadt mit Andreas, dem anderen Praktikaten der Fundación Pueblo, und zwei seiner gerade angekommenen Freunden das schöne Wetter, wurde beim Überqueren eines Baches etwas nass und schmutzig und fuhr zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Quad.
Und dann war schon wieder Montag und die neue Arbeitswoche begann, die dieses Mal ein "Jubiläum" brachte. Am letzten Mittwoch war genau Halbzeit meines Aufenthaltes in Bolivien - in ein bisschen weniger als sechs Monaten werde ich schon wieder österreichischen Boden unter den Füssen haben und ich freu` mich schon darauf - vor allem natuerlich auf euch!
Hier noch die Links zu den Fotos, Videos usw:
http://www.youtube.com/watch?v=k3HjOR-1Ym4 (erstes Video vom Karnaval in Oruro)
http://www.youtube.com/watch?v=3IZtWt23JFQ (zweites Video vom Karnaval in Oruro)
auch "derStandard.at" wiedmete sich in einer Lesereise dem Karnaval in Oruro: http://derstandard.at/?id=2777353
Und last but not least: meine Fotos:
Liebe Grüße aus La Paz,
ich wünsche euch nur das Beste,
Andreas
¿Cómo están allí en Europa? ¿Todo bien?
Dieser Bericht, die Fotos und, man staune, auch die Videos handeln zum größten Teil vom Karnaval und den ihn umgebenden Ritualen.
Alles begann mit der Ch`alla de la Oficina (Reinigung/Segnung des Büros) am Freitag vor Karnaval, also am 1. Februar. Im gesamten Büro wurden Konfetti mit Zuckerkügelchen verstreut, die Schreibtische mit Luftballonen und Faschingsschlangen geschmückt und danach in alle Ecken Alkohol gegossen. Dieses Ritual, wie alle Ch`allas, sind zu Ehre der Pachamama, also der Mutter Erde (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Pachamama).
Am Nachmittag fuhr ich dann in Richtung Oruro, wo der bekannteste Karnaval Boliviens stattfindet. An diesem Wochenende sind alle Hotels ausgebucht, trotz der gestiegenen Preise, doch ich konnte zum Glück im Haus einer Bekannten unterkommen. Die sicherlich wichtigste Investition dieser Tage war mein Plastikponcho, denn immer und überall wird mit Wasserbomben geschossen und mit Schaum gesprüht. Vor allem die Kleineren haben einen Riesenfreude, wenn sie auf der Strasse einen Gringo (Weissen) getroffen haben. Am Samstag ist dann die grosse Parade der verschiedensten Tanzgruppen, die von 8 Uhr früh bis lange nach Mitternacht dauert. Die BolivianerInnen, die daran teilnehmen, geben zum Teil ein Vermögen aus fuer die Miete der Kostueme, die Startkosten usw. Schon am Vormittag sollte man sich einen Platz auf einen der Holztribühnen reservieren, da am Samstag dann alles voll wird. Ob allerdings diese Tribühnen einer TÜV-Prüfung standgehalten hätten, ist mehr als fraglich. In diesem Zusammenhang muss ich auch über ein trauriges Erlebnis berichten: Die Tribühne wird ueber eine Holzleiter betreten, die durch das Wasser und den Schaum extrem rutschig wird. Am Nachmittag hoerte man auf unserer Tribüne auf einmal ein "Platsch" und dann einen Aufschrei. Zuerst dachte ich, dass ein Kind zwischen den Sitzen durchgerutscht sei und auf den Boden gefallen ist. Doch es war ein, augenscheinlich betrunkener, Mann, der auf der Leiter ausgerutscht war und nun bewusstlos auf dem Boden lag. Das Traurige ist, dass es, obwohl so viele Menschen versammelt waren, ewig dauert bis Hilfe kommt. Zuerst in Form der Militärpolizei, die ihn ihn den Hauseingang zerrte (wenn der eine Wirbelverletzung hatte!) und nach etwa einer halben Stunde in Form des Roten Kreuzes. Aber glaubt nicht, dass hier Spezialisten mit Ausrüstung kamen. Nein, Jugendliche, ich schaetze zwischen 15 und 23 Jahren, die selbst auch nicht wussten, wie sie mit der Situation umgehen sollten. Was mit ihm weiters passiert ist, weiss ich leider nicht - ich wuensche ihm auf alle Fälle das Beste fuer die Genesung. Anzumerken ist hier noch, das der Karnaval in Bolivien im ganzen Land ueber 70 Tote gefordert hat, zum Grossteil Alkoholvergiftungen.
Aber es soll nicht der negative Eindruck überwiegen: Der Karnaval in Oruro war fuer mich eine einmalige Gelegenheit, die verschiedensten Tänze kennenzulernen und einfach auch zu feiern. Für mich war verwunderlich, dass die Leute hier in der Hochebene, die mir bis jetzt eher als zurueckhaltend und oft auch als traurig erschienen sind, ein solches Riesenfest zu feiern.
Am Sonntag ziehen die Gruppen dann ein zweites Mal ein, allerdings war ich da schon auf dem Weg in Richtung Cochabamba (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Cochabamba) . Dort genoss ich fuer zwei Tage das angenehme Klima, streifte ein wenig durch die Stadt und bestaunte die gröesste Christusstatue der Welt.
Bei der "Heimfahrt" nach La Paz hatte ich in Oruro noch einmal die Gelegenheit eine Ch`alla mitzuerleben. Am Dienstag nach Karnaval ist der "Tag der Ch`alla" und es wird alles "gesegnet/gereinigt", was einem wichtig ist - Häuser, Autos, Wohnungen, Geschäfte usw.
Zur Zeit befinde ich mich in La Paz, wo ich tagtäglich im Büro meiner Organisation arbeite - vor allem bereite ich mich auf den Unterricht im Dorf vor, unter anderem indem ich die deutschen Texte der, dankeswerterweise vom BG/BRG Freistadt zur Verfügung gestellten, Englisch-Lehrbücher ins Spanische übersetze.
Am letzten Samstag wurde ich vom Stiftungsleiter, Don Franklin Bustillos, zur Hochzeit seiner Nichte eingeladen - einzige Auflage: im Anzug zu erscheinen. Also ging es am Freitag noch zum Schneider, der mir einen Anzug anpasste und am Samstag noch zum Hemd-und-Schuhe-Kaufen. Der Anzug war weniger Problem, da er ja an meine Größe angeschneidert wurde, aber ein passendes Hemd und Schuhe zu finden, war beinahe unmöglich. Das die Ärmel des Hemdes dann bereits in der Armbeuge endeten, störte dann auch niemanden und so halbwegs passende Schuhe fand ich nach einer mehrstündigen Einkaufstour. Hier muss ich beim Schuhekaufen nicht einfach aussuchen wie in Österreich, sondern ich frage zuerst ob sie Schuhgröße 45 ueberhaupt fuehren. Meist ist die Antwort dann sowieso - Oh, nein. Bis maximal Größe 43 habe ich etwas. Aber gut: All den Problemen zum Trotz wurde die Hochzeit, die in einem der teuersten Hotels der Stadt stattfand, ein wunderschönes Fest mit viel Tanz und gutem Essen. Apropro Tanz: Komisch fand ich, dass man zwar in Paaren tanzt, allerdings steht man sich nur gegenueber und eigentlich tanzt dann ein jeder fuer sich. Ich als Österreicher, der gerne engumschlungen Walzer tanzt, fühlte mich zuerst ein wenig verloren und glaubte, meine Tanzpartnerin hatte nicht wirkliches Interesse. Als ich aber merkte, dass keiner so richtig aufeinander abgestimmt tanzte und sie noch mehrmals mit mir das Tanzbein schwang, war ich beruhigt, dass das Problem nicht bei mir lag. :-)
Am Sonntag genoß ich bei einem Spaziergang im Süden der Stadt mit Andreas, dem anderen Praktikaten der Fundación Pueblo, und zwei seiner gerade angekommenen Freunden das schöne Wetter, wurde beim Überqueren eines Baches etwas nass und schmutzig und fuhr zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Quad.
Und dann war schon wieder Montag und die neue Arbeitswoche begann, die dieses Mal ein "Jubiläum" brachte. Am letzten Mittwoch war genau Halbzeit meines Aufenthaltes in Bolivien - in ein bisschen weniger als sechs Monaten werde ich schon wieder österreichischen Boden unter den Füssen haben und ich freu` mich schon darauf - vor allem natuerlich auf euch!
Hier noch die Links zu den Fotos, Videos usw:
http://www.youtube.com/watch?v=k3HjOR-1Ym4 (erstes Video vom Karnaval in Oruro)
http://www.youtube.com/watch?v=3IZtWt23JFQ (zweites Video vom Karnaval in Oruro)
auch "derStandard.at" wiedmete sich in einer Lesereise dem Karnaval in Oruro: http://derstandard.at/?id=2777353
Und last but not least: meine Fotos:
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| Carnaval, Ch`alla, Cochabamba |
Liebe Grüße aus La Paz,
ich wünsche euch nur das Beste,
Andreas
Freitag, 1. Februar 2008
La Paz - vom Leben in der Großstadt
¡hola a todos!
Nachdem seit meinem letzten Blogeintrag schon wieder einige Zeit vergangen ist, melde ich mich mit diesem Bericht, diesmal aus der Großstadt La Paz, wieder zurueck.
Mittlerweile bin ich seit dem 15. Dezember, mit zwei Reiseunterbrechungen, hier und genieße in vollen Zuegen die Annehmlichkeiten, die das Leben hier zu bieten hat - angefangen von einer warmen Dusche am Morgen, ueber täglichen Internetzugang, sauberem WC bis zu gutem Essen.
Bei meiner Arbeit im Büro der Fundación Pueblo bin ich vor allem mit Übersetzungsarbeiten für die Homepage beschaeftigt - gar nicht so leicht, die eigene Muttersprache. ;-) Weiters habe ich mitgeholfen, ein Buch grafisch zu gestalten, dass eine schweizer Kollegin, Florence Brenzikofer, für LehrerInnen am Land von Bolivien geschrieben hat: Dinámicas y Juegos para la Enseñanza (Übungen und Spiele fuer den Unterricht). In diesem Buch finden sich die "besten" Spiele, die sie in den letzten beiden Jahren bei den Lehrerfortbildungen am Land erklaert hatte, und sollen vor allem den, leider noch immer sehr verbreiteten, Frontalunterricht etwas auflockern. Wer Interesse hat und an einem grauen Winterabend Zeit findet, kann sich die Homepage von Florence, Martin, Pepe, Linus und Nuria einmal ansehen. Sie haben die letzten zwei Jahre in Llallagua, Norden von Potosí, gewohnt und gearbeitet - eben der Stadt, wohin auch ich immer am Wochenende zum Einkaufen, Duschen usw. komme. Link: www.llallagua.ch
Mit meiner Gesundheit ist es halt leider immer noch nicht so wie es sein sollte - Magenprobleme gehoeren sowieso zum Wochenprogramm und letzte Woche habe ich mir auch noch eine kleine Hautinfektion im Gesicht eingefangen - aber nach einem Besuch beim Dermatologen und - wieder einmal - Antibiotika wird es schon wieder besser. Vielleicht sind ja diese Erfahrungen beim Medizinstudium dann hilfreich! ;-)
Noch zwei kleine Erlebnisse hier, die vielleicht typisch fuer Bolivien sind:
1) Bei Regen in einer Strasse in La Paz: Ein Bettler bietet einen, reich aussehenden, Bolivianer um eine Spende. Darauf jener: Frag` doch den Evo! - Hoffentlich ist der Präsident wirklich so volksnah!
2)Letzte Woche war eine Pressekonferenz der Fundación Pueblo mit der Erziehungsministerin angesetzt um das Programm "Schülerpension in Familien" zu bewerben. Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen, langsam stellte sich ein wenig Nervösitat bei den Beteiligten ein und dann der Anruf eine halbe Stunde vor Beginn: Die Ministerin wurde gerade abgesetzt --> Pressekonferenz abgesagt - Punto.
Am 24. Jänner wird jedes Jahr das Fest "Alasitas" (Aymara: Kauf von mir!) gefeiert. Bei diesem Markt gibt es jede nur erdenkliche Sache zu kaufen - allerdings als Miniatur. Man kauft jene Sachen, die man in diesem Jahr erreichen will. Diese lässt man dann, entweder von einem Indígena-Priester, oder auch von der kath. Kirche, weihen und hofft, dass es in Erfuellung geht. (Mehr Infos hier, leider nur in Spanisch: http://es.wikipedia.org/wiki/Alasitas) Und jetzt seit ihr sicher neugierig, was ich mir denn so gekauft habe: einen bolivianischen Pass, damit das leidige Visumthema ein Ende hat, ein kleines Haus um eine Wohnung in Wien zu finden, meinen Medizinstudiumabschluss, einen Koffer voller Geld und eine Henne - welche Bedeutung diese wohl haben wird?
Am vergangenen Freitag musste ich schon wieder ausreisen um mein Visum zu verlängern. Mit festem Willen dieses Mal mit 90 Tagen Visum zurueckzukommen, startete ich meine Ein-Tages-Reise nach Peru - bei einem Grenzübergang (Desaguadero) raus, beim nächsten wieder rein (Copacabana). Gewillt, notfalls mit ein paar Bolivianos nachzuhelfen, reiste ich wieder ein - aber, man glaubt es kaum, ohne Diskusion oder sonstiger "erlaubter" Hilfsmittel drueckte der Grenzbeamte den Stempel mit 90 Tagen in meinen Pass. Nicht einmal die Coca Cola, die oft Wunder bewirkt, musste ich "verschenken".
Am Samstag ließ ich mich dann von einem netten Führer durch die größte Kirche La Paz, der San Francisco, schleppen. An sich nicht viel anders als ein Klosterkomplex bei uns - interessant ist aber, dass sich der Kopf des Deutschen Otto Braun, neben anderen sterblichen Überresten von Nationalhelden Boliviens, in der Krypta befindet. (Link: Otto Braun)
Am Sonntag ging es zu den Ruinen von Tiahuanaco, zwei Stunden von La Paz entfernt. Aber seht selbst die Fotos oder mehr Infos hier: www.indianerwww.de/indian/tiahuanaco.htm
Hier noch der Fotolink:
Morgen werde ich dann zum Karnerval nach Oruro aufbrechen - ihr könnt euch auf jeden Fall bereits auf die Fotos freuen!
Saludos de La Paz,
Andreas
Donnerstag, 17. Januar 2008
Salar de Uyuni
¡Hola!
Nachdem ich auch Silvester gut verbracht und überlebt hatte, ging es vom 4. bis 6. Jänner in den "Salar de Uyuni" (weitere Infos: http://www.naturfoto-digital.de/index.php?artikel_id=24)
Für mich brachte diese dreitägige Tour einige der schönsten Augenblicke, die ich bis jetzt in Bolivien erlebt habe, vor allem auch landschaftlich. Aber am Besten seht selbst:
Saludos de La Paz,
Andreas
Nachdem ich auch Silvester gut verbracht und überlebt hatte, ging es vom 4. bis 6. Jänner in den "Salar de Uyuni" (weitere Infos: http://www.naturfoto-digital.de/index.php?artikel_id=24)
Für mich brachte diese dreitägige Tour einige der schönsten Augenblicke, die ich bis jetzt in Bolivien erlebt habe, vor allem auch landschaftlich. Aber am Besten seht selbst:
![]() |
| Salar de Uyuni |
Saludos de La Paz,
Andreas
Dienstag, 1. Januar 2008
Fotos!
Die Fotos von November und Dezember in Tomaycuri und Llallagua:
und von der Reise nach Chile und Peru:
Viel Spass!
Liebe Gruesse,
Andreas
![]() |
| 4 Monate Bolivien |
und von der Reise nach Chile und Peru:
![]() |
| Reise Chile/Peru |
Viel Spass!
Liebe Gruesse,
Andreas
Montag, 31. Dezember 2007
¡Un Próspero Año 2008!
¡Hola!
Nachdem ich aus meinem Weihnachtsurlaub in Chile und Peru wieder heil nach La Paz zurueckgekommen bin, hier einige Eindruecke und die neuesten Fotos:
Am 23. Dezember ging es fruehmorgens los von 3600 Metern auf 0 Meter - von La Paz, Bolivien, bis an den pazifischen Ozean nach Arica, Chile. Eine landschaftlich beeindruckende Fahrt zuerst durch das Altiplano (Hochebene), danach durch die Wueste bis man das Meer und damit Arica erreicht. Die mehr als 10-Stunden-lange Busfahrt verbrachten wir vor allem damit, die Landschaft zu bestaunen und zu schlafen. Das anstrengendste dabei war die Einreise nach Chile, da wir zuerst mehr als eineinhalb Stunden am Grenzuebergang warten mussten und danach wurde sogar jedes einzelne Gepaeckstueck durch einen Roentgenapparat geschickt. Durch diese Massnahme versucht Chile die Einfuhr jeglicher Lebensmittel, vor allem Obst, zu unterbinden, da sie Angst vor Schaedlingen, die die boomende Obstindustrie schaedigen koennten, haben. Endlich in Arica angekommen, fuehrte der erste Weg zu einem Bankomaten um zu Geld zu kommen - und das ist wirklich noetig in Chile, da die Preise fuer suedamerikanische Verhaeltnisse sehr hoch sind. Ich hatte grosse Probleme mit der Waehrung zu Recht zu kommen, da die Einheiten riesig sind. Ein Abendessen kann dann leicht 5000 Chilenische Pesos kosten, was zirka sieben Euro entspricht.
Der Hl. Abend verlief dann sehr ruhig - da wir am Nachmittag am Strand etwas zu viel in der Sonne gebraten hatten, waren wir schon sehr bald muede. Weihnachten ist - gefuehlsmaessig - heuer vom Kalender gestrichen worden; dafuer freue ich mich bereits um so mehr auf naechstes Jahr!
Der 25. war ein richtiger Nichts-Tu-Tag - ich hatte Bauchprobleme, meine beiden Reisekollegen einen Sonnenbrand, das sie richtig Angst vor der Sonne hatten und so lagen wir den Grossteil des Tages im Bett herum und sahen eine sinnlose Fernsehsendung um die andere. Am Nachmittag waren wir aber hellwach, als die Fensterscheiben zu klirren begannen und wir zuerst nicht wussten was es sei. Im Endeffekt war es ein leichtes Erdbeben und der Spuk war nach einer beaengstigenden halben Minute wieder vorbei.
Da in Chile das Leben teuer ist und wir genug von Arica hatten, fuhren wir am 26. Dezember in Richtung Peru, nach Tacna. Nach einer Stunde Fahrt auf der Panamericana (Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Panamericana)
durch die Wueste, gelangten wir nach Tacna, von wo aus wir, nachdem wir die Stadt besichtigt hatten, nach "Boca del Río", einer Kleinstadt an der Kueste fuhren. In diesem verschlafenen Staedtchen verbrachten wir unsere Zeit bis zum 29. Dezember - schliefen lange, spazierten am Strand entlang, speisten alle guten Sachen, die das Meer bereithaelt - kurzum: Wir genossen die Zeit!
Am 29. Dezember ging es von Tacna aus wieder in Richtung La Paz. Zuerst aber noch nach Desaguadero, dem Grenzort zwischen Bolivien und Peru. Nachdem ich, wieder einmal, eine Drogenkontrolle der peruanischen Polizei hinter mich gebracht hatte, begann der "Kampf" um das bolivianische Visum. Normalerweise bekommt man 30 Tage Touristenvisum, doch sollten EU-Buerger eigentlich 90 Tage bekommen. Interssant ist, dass wir zu dritt ueber die Grenze fuhren - einer bekam 90 Tage, einer 60 Tage und ich Ungluecksrabe nur 30 Tage. Das heisst entweder wieder auf die Migración (Einwanderungsbehoerde), wo sie mir hoffentlich das Visum auf 90 Tage verlaengern oder ich werde bereits nach einem Monat wieder ausreisen muessen um die Prozedur erneut zu beginnen.
In einigen Stunden werde ich dann hier in La Paz mit Freunden ins Neue Jahr rutschen und hoffen, dass es nur das Beste bringen wird. Dasselbe wuensche ich natuerlich auch euch: Viel Gesundheit, Zufriedenheit und Glueck im Neuen Jahr!
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich beim E-Mail-Beantworten zur Zeit ziemlich im Rueckstand bin. Ich freue mich aber ueber jede und es kommt bestimmt auf jede einzelne Mail eine Antwort!
Liebe Gruesse aus La Paz,
Andreas
PS: Die neuen Fotos gibt es dann im Laufe der Woche!
Nachdem ich aus meinem Weihnachtsurlaub in Chile und Peru wieder heil nach La Paz zurueckgekommen bin, hier einige Eindruecke und die neuesten Fotos:
Am 23. Dezember ging es fruehmorgens los von 3600 Metern auf 0 Meter - von La Paz, Bolivien, bis an den pazifischen Ozean nach Arica, Chile. Eine landschaftlich beeindruckende Fahrt zuerst durch das Altiplano (Hochebene), danach durch die Wueste bis man das Meer und damit Arica erreicht. Die mehr als 10-Stunden-lange Busfahrt verbrachten wir vor allem damit, die Landschaft zu bestaunen und zu schlafen. Das anstrengendste dabei war die Einreise nach Chile, da wir zuerst mehr als eineinhalb Stunden am Grenzuebergang warten mussten und danach wurde sogar jedes einzelne Gepaeckstueck durch einen Roentgenapparat geschickt. Durch diese Massnahme versucht Chile die Einfuhr jeglicher Lebensmittel, vor allem Obst, zu unterbinden, da sie Angst vor Schaedlingen, die die boomende Obstindustrie schaedigen koennten, haben. Endlich in Arica angekommen, fuehrte der erste Weg zu einem Bankomaten um zu Geld zu kommen - und das ist wirklich noetig in Chile, da die Preise fuer suedamerikanische Verhaeltnisse sehr hoch sind. Ich hatte grosse Probleme mit der Waehrung zu Recht zu kommen, da die Einheiten riesig sind. Ein Abendessen kann dann leicht 5000 Chilenische Pesos kosten, was zirka sieben Euro entspricht.
Der Hl. Abend verlief dann sehr ruhig - da wir am Nachmittag am Strand etwas zu viel in der Sonne gebraten hatten, waren wir schon sehr bald muede. Weihnachten ist - gefuehlsmaessig - heuer vom Kalender gestrichen worden; dafuer freue ich mich bereits um so mehr auf naechstes Jahr!
Der 25. war ein richtiger Nichts-Tu-Tag - ich hatte Bauchprobleme, meine beiden Reisekollegen einen Sonnenbrand, das sie richtig Angst vor der Sonne hatten und so lagen wir den Grossteil des Tages im Bett herum und sahen eine sinnlose Fernsehsendung um die andere. Am Nachmittag waren wir aber hellwach, als die Fensterscheiben zu klirren begannen und wir zuerst nicht wussten was es sei. Im Endeffekt war es ein leichtes Erdbeben und der Spuk war nach einer beaengstigenden halben Minute wieder vorbei.
Da in Chile das Leben teuer ist und wir genug von Arica hatten, fuhren wir am 26. Dezember in Richtung Peru, nach Tacna. Nach einer Stunde Fahrt auf der Panamericana (Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Panamericana)
durch die Wueste, gelangten wir nach Tacna, von wo aus wir, nachdem wir die Stadt besichtigt hatten, nach "Boca del Río", einer Kleinstadt an der Kueste fuhren. In diesem verschlafenen Staedtchen verbrachten wir unsere Zeit bis zum 29. Dezember - schliefen lange, spazierten am Strand entlang, speisten alle guten Sachen, die das Meer bereithaelt - kurzum: Wir genossen die Zeit!
Am 29. Dezember ging es von Tacna aus wieder in Richtung La Paz. Zuerst aber noch nach Desaguadero, dem Grenzort zwischen Bolivien und Peru. Nachdem ich, wieder einmal, eine Drogenkontrolle der peruanischen Polizei hinter mich gebracht hatte, begann der "Kampf" um das bolivianische Visum. Normalerweise bekommt man 30 Tage Touristenvisum, doch sollten EU-Buerger eigentlich 90 Tage bekommen. Interssant ist, dass wir zu dritt ueber die Grenze fuhren - einer bekam 90 Tage, einer 60 Tage und ich Ungluecksrabe nur 30 Tage. Das heisst entweder wieder auf die Migración (Einwanderungsbehoerde), wo sie mir hoffentlich das Visum auf 90 Tage verlaengern oder ich werde bereits nach einem Monat wieder ausreisen muessen um die Prozedur erneut zu beginnen.
In einigen Stunden werde ich dann hier in La Paz mit Freunden ins Neue Jahr rutschen und hoffen, dass es nur das Beste bringen wird. Dasselbe wuensche ich natuerlich auch euch: Viel Gesundheit, Zufriedenheit und Glueck im Neuen Jahr!
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich beim E-Mail-Beantworten zur Zeit ziemlich im Rueckstand bin. Ich freue mich aber ueber jede und es kommt bestimmt auf jede einzelne Mail eine Antwort!
Liebe Gruesse aus La Paz,
Andreas
PS: Die neuen Fotos gibt es dann im Laufe der Woche!
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