Donnerstag, 12. März 2009

Evo Morales in Wien

Hallo!

Wie vielleicht viele mitbekommen haben, war gestern der bolivianische Staatspräsident Evo Morales anlässlich der UNO Drogenkonferenz in Wien und so konnte ich einmal ausserhalb Boliviens eine seiner interessanten Reden anhören.
Auch in der ZIB2 war er als Interviewgast geladen - hier ist das gesamte Interview online zu finden: mms://apasf.apa.at/worldwide/FI1_2009-03-11_morales.wmv
Weiters einige interessante Berichte auch auf derstandard.at unter http://derstandard.at/?ressort=Bolivien
In einem meiner früheren Einträge habe ich auch bereits einige Infos zur Coca-Pflanze zusammengestellt: http://andreashorner.blogspot.com/2007/08/update-oder-la-paz-ii.html
Einer der Hauptgründe, weswegen Evo Morales zur Weltdrogenkonferenz anreiste, war die Legalisierung der Coca-Pflanze (ist NICHT gleich Kokain!), die, zum Beispiel auch in Österreich, als verbotenes Suchtmittel gilt und deren Verzehr also strafbar ist.
Für mich unverständlich, da der Tee des Coca-Strauches oder auch das Kauen der Blätter weder süchtig macht (ich hatte keine Entzugserscheinungen ;-) ), noch sonst irgendwelche Nebenwirkungen hat, aber ausgezeichnet gegen die Höhenkrankheit und als Hausmittel gegen Bauchschmerzen und Übelkeit hilft. Vor Ankunft der Spanier in Bolivien war die Koka-Pflanze ausserdem die einzige Kalziumquelle der Ureinwohner.
In diesem Sinne, bis bald,
Andreas

Mittwoch, 11. März 2009

Un Año en Bolivia


hola!

Nach längerer Zeit melde ich mich auf diesem Weg wieder einmal:
Nachdem ich mehr als ein halbes Jahr wieder in Österreich bin, mich wieder gut eingelebt habe und eifrig dabei bin, Medizin zu studieren, habe ich doch Zeit gefunden, die besten Fotos zu einer Fotoshow zusammenzufügen: Un Año en Bolivia - Impressionen, Fotos, Anekdoten aus einem Jahr Auslandsdienst in Bolivien am 16. April 2009, 19:30 Uhr im Festsaal des Musikvereins Schenkenfelden
Der Eintritt ist frei - wer dennoch ein paar Euro übrig hat, unterstützt damit die Arbeit der Fundación Pueblo (www.fundacionpueblo.org), von der ich ja in meinen Einträgen oftmals berichtet habe.
Ihr seid alle auf das Herzlichste eingeladen und ich freue mich schon auf euch!

Natürlich sind auch weiterhin meine Reiseberichte inklusiv der vielen Fotos online und es ist sicher ein guter Zeitpunkt nochmal darin zu schmökern und sich schon mal einzustimmen.

Bis bald,

Andreas

PS: Ein Klick auf das Plakat und es erscheint größer!


Montag, 11. August 2008

Rurrenabaque

hola amig@s:

Wahrscheinlich wird das der letzte Blogeintrag aus Bolivien sein - am naechsten Donnerstag werde ich ja bereits wieder heimatlichen Boden unter den Fuessen haben.
Ich moechte mich auf diesem Weg noch bei allen bedanken, die mich im Laufe dieses Jahres unterstuetzt, psychisch und auch materiell, mir fleissig E-Mails geschrieben oder Dinge in Oesterreich fuer mich erledigt haben. ¡Muchísimas gracias!
Vielen Dank auch bei meinen ArbeitskollegInnen in der Fundación Pueblo und der Pfarre Frastanz, die mich alle das Jahr ueber professionell begleitet haben und viele mehr als KollegInnen geworden sind. Ein besonderes "muchas gracias" noch an Esther und Philippe in Llallagua, Annette Locher und Barbara und Günther Schulz-Heiss in La Paz, die mich immer freundlich in ihren Häuser aufgenommen haben und mir Unterkunft gewährten.
Last but not least, danke an meine Familie, die das ganze Jahr, trotz der Entfernung, fuer mich da war.

Nun aber zum "wichtigeren" Teil:
Meine letzte Reise führte mich nach Rurrenabaque in das bolivianische Amazonastiefland. Da aber Fotos oft mehr aussagen, als viele Worte, hier gleich der Link:

Rurrenabaque


Ganz zum Schluss noch der Link zu meinem dritten und letzten Tätigkeitsbericht:

http://www.doktus.de/dok/52269/taetigkeitsbericht3_horner.html


Saludos de La Paz,
Andreas

PS: Wer zur Zeit die Nachrichten verfolgt hat, wird vielleicht auch auf Berichte zur Vertrauensabstimmung ueber den bolivianischen Praesideten Evo Morales gesehen haben. Wenn nicht, hier der Link zu einigen Zeitungsartikeln:
http://derstandard.at/?ressort=Bolivien

Liebe Gruesse,
Andreas

Donnerstag, 24. Juli 2008

Update

¡hola!

Gut - in Bolivien soll man nicht planen. Gestern Nachmittag, wie im letzten Eintrag noch verkuendet, wollte ich in Richtung Rurrenabaque aufbrechen. Meine Reise endete allerdings bereits in El Alto, der Satellitenstadt La Paz', wo sich der Flughafen des bolivianischen Militaers befindet. Als ich gerade eingecheckt wurde, kam die Mitteilung, dass unser Flug gestrichen worden war, da das Flugzeug nach Trinidad (Hauptstadt des im Nordosten von La Paz gelegenen Departament Beni) fliegen musste. Und weshalb? Um zirka 12:30 Uhr Mittag musste ein anderes Flugzeug, das von Guayaramerín (Grenzstadt zu Brasilien) nach Trinidad flog, auf einer Landstrasse notlanden. Zum Glueck wurde aber, laut Zeitungsberichten, niemand schwer verletzt. So flog ich also mit dem Flugzeug nach Rurrenabaque, sondern die Passagiere des notgelandenen Flugzeugs weiter nach Trinidad. Wer Spanisch versteht, kann sich hier auch den Originalzeitungsbericht der La Razón lesen: http://www.la-razon.com/versiones/20080724_006343/nota_256_638277.htm
Ich bin also gerade noch fleissig am Arbeiten und werde wahrscheinlich (!) dann morgen nach Yanacachi, in die Yungas (Nebelwaelder) aufbrechen, wo es mir beim letzen Mal sehr gut gefiel und dort ein wenig ausspannen. Am Montag waere dann der neue Flug nach Rurrenabaque.
Saludos de La Paz,
Andreas

Mittwoch, 23. Juli 2008

Machu Picchu

Querid@s amig@s:

Weiter geht es mit meinen Reisen: Vom Montag, 14. bis Sonntag, 20. Juli befand ich mich in Peru auf den Spuren der Inkas (weitere Infos zu diesem interessanten Volk: http://www.indianer-welt.de/sued/inka/index.htm). So ging es am ersten Tag zuerst einmal in Richtung Peru, nach Puno. Diesmal allerdings nicht um die schwimmenden Insel zu besichtigen (s. auch Bericht im November http://andreashorner.blogspot.com/2007/11/ghoete-o-goethe.html), sondern nur um mich in einem Luxushotel auszuruhen - ganze 11,5 Euro inkl. Fruehstueck die Nacht ;-)
Am naechsten Tag fuhr ich dann mit einem Touristenbus in Richtung Puno, der noch an verschiedensten Ruinen und anderen interessanten Plaetzen - z.B. Gasthaus zum Mittagessen - Halt machte. So besuchten wir unter anderem Raqchi, einen Tempel der dem hoechsten Inkagott Viracocha geweiht wurde (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Viracocha) oder Andahuaylillas, eine Kirche im Koloninalstil, die auch Andine Sixtinische Kapelle genannt wird. Bei dieser Reise lernte ich eine finnische Reisegruppe kennen und wurde eingeladen, doch mit ihnen in das gleiche Hotel zu gehen - so kostete mich das naechste Luxushotel wieder nur ein Drittel des eigentlichen Preises.
Um zu Machu Picchu zu gelangen, ist es notwendig mit dem Zug zu fahren, da es keine Strasse gibt - diese Monopolstellung der peruanischen Eisenbahngesellschaft, die allerdings im Besitz von Auslaendern ist, wissen sie natuerlich auszunuetzen und verlangen, vor allem fuer hier, horrende Preis: fuer 90 Minuten Zugfahrt im einfachsten Zug mehr als 35 USD - und retour noch einmal das Gleiche . Aber gut, Machu Picchu muss man gesehen haben und so zahlte ich mit leicht zitternden Haenden. ;-)
Zuvor ging es aber noch zu den Inkaruinen Saqsaywaman und Ollantaytambo. (naehere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Sacsayhuam%C3%A1n und http://de.wikipedia.org/wiki/Ollantaytambo).
Bei einem Museumsbesuch in Cuzco zuvor erklaerte ich mich noch fuer verrueckt: Bis jetzt habe ich, ausser dem oesterreichischen Konsul in La Paz, noch keine(n) OesterreicherIn getroffen und da gleich zwei junge Damen, die beide ein Jahr vor mir in Freistadt maturiert hatten. Aber es war dann doch keine Fata Morgana und ich fuhr, nach dem Machu-Picchu-Besuch gemeinsam mit ihnen nach La Paz.
Am 18. Juli ging es dann zu "dem" Touristenziel in Peru: der Inkastadt Machu Picchu (http://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu). Der Anblick war faszinierend, aber seht selbst an Hand der Fotos.
Meine vorletzte Reise in Suedamerika ist also bereits vorueber - heute Nachmittag werde ich noch mit TAM, der Fluglinie des bolivianischen Militaers, nach Rurrenabaque fliegen und dort in den Zauber des Amazonasregenwaldes eintauchen.

Last but not least, die Fotos:

Machu Picchu


Man hoert/schreibt sich von Bolivien aus und sieht sich bereits in drei Wochen in Oesterreich!
Saludos de La Paz,
Andreas

Montag, 14. Juli 2008

Reise in die Yungas

¡hola!

Wie ich bereits im letzten Eintrag erwähnte, fuhr ich von letzten Donnerstag bis Samstag mit drei Arbeitskollegen nach Yanacachi, einem Dorf in den Yungas (Nebelwälder) in dem die Fundación Pueblo vor nahezu 18 Jahren gegründet wurde. Ich genoss das warme Klima, die stressfreie Atmosphäre und die frischen Früchte. Bei uns glaubt man ja, Banane sei Banane, aber hier wird man eines besseren belehrt: Bananen-Kaufen gehen ist hier gleich wie bei uns Äpfel-Kaufen - die Auswahl an verschienden Sorten ist groß!
Weiters konnte ich das erste Mal in meinem Leben verschiedene Pflanzen bewundern, zum Beispiel den Kaffeestrauch, die Bananenstauden oder Maracuyasträucher. Verwundert war ich, dass Bananen nicht mit dem "Ende" nach unten wachsen, sondern nach oben - aber seht selbst anhand der Fotos.
Hier gleich der Link:

Yungas

Falls nicht noch etwas Unerwartetes dazwischen kommt, werde ich morgen in Richtung Cuzco (Peru) aufbrechen, wo ich einige einige Inkaruinen bewundern werde.

¡Hasta pronto!
Andreas

Donnerstag, 10. Juli 2008

Ein Leben im Luxus

¡Hola!

Seit bereits zwei Wochen befinde ich mich in La Paz und genieße den Luxus dieses Großstadtlebens. So aß ich, um nur ein Beispiel zu nennen, gerade zum Abendessen ein Laugenweckerl vom deutschen Bäcker mit richtiger Extrawurst vom deutschen Fleischhauer, Essiggurkerln und gutem Käse - ein bisschen Heimat so weit weg von Zuhause. Auch die warmen Duschen, oder dass keiner komisch guckt, wenn du sogar zwei Päckchen Butter kaufst, die am Land ein Luxusgut ist, usw. sind Gründe, warum es mir manchmal hier wie im Paradies vorkommt. Viele Leute in Bolivien können sich so ein Leben, das ich gerade führe und das in Europa für viele Menschen Standard ist, nicht einmal vorstellen, da es so weit weg ihrer Realität ist.
Nun aber zu den Ereignissen der letzten Wochen:
In der Nacht zum 24. Juni feierte ich, noch in Llallagua, San Juan (Hl. Johannes) und damit die kälteste und längste Nacht des Jahres. Um sich ein wenig aufzuwärmen, zünden viele Menschen ein kleines Feuer vor ihren Häusern an und es wird gefeiert und - ihr habt es wahrscheinlich bereits erraten - viel getrunken. Auf jeden Fall war es auch für mich eine lange Nacht und die Sonne guckte bereits ueber den Berg, als ich unter die Decke schlüpfte. Das wäre jetzt natürlich alles schön und gut, wenn ich nicht an jenem Tag nach La Paz hätte aufbrechen müssen. Die Fahrt war dann aber doch weniger schlimm als zuerst befürchtet.
Meine Ankunft in La Paz kam mir beinahe vor wie Weihnachten mit Kinderaugen: soviele Autos, Geschäfte, Lichter, Leute, ... - aber mittlerweile habe ich mich schon wieder an die Zivilisation gewöhnt. :-)
Hier bin ich, netterweise, wieder im Haus des Gründers der Fundación Pueblo untergebracht und fühle mich, gut geschützt von den Wachleuten des La Paz'er Bürgermeisters, der im Haus direkt daneben wohnt, recht wohl. Vielen Dank an Günther und seiner Familie für diese Gastfreundschaft!
Seit dem 25. Juni arbeite ich im Büro der Fundadción Pueblo hier in La Paz, wo ich meinen letzten Bericht über meine Tätigkeiten hier für den österreichischen Staat schrieb und die Homepage (www.fundacionpueblo.org) überarbeitete. (Leider sind aber die Neuheiten noch nicht online - sie ist aber trotzdem einen Besuch wert!)
Zur Zeit befindet sich eine Reisegruppe der "Freunde Boliviens", ein deutscher Verein, der die Arbeit der Fundación Pueblo schon jahrelang unterstützt, in La Paz. Ich begleitete sie einige Tage bei ihren Ausflügen und fand mich schon bald als Dolmetscher wieder, da nur wenige von ihnen Spanisch können. Weiters erzählte ich ihnen von meiner Arbeit im Norden von Potosí und meinen Erfahrungen dort. Durch ihre, teils auch sehr kritischen Fragen, kam ein sehr interessantes Gespräch zu Stande, das auch mir half, einige Dinge noch einmal zu reflektieren. Vielen Dank bei euch für die netten Bekanntschaften und die vielen Essenseinladungen, die mir zuteil wurden.
Letzten Samstag ging es mit dem Mountainbike von La Paz die "World Most Dangerous Road" (weltweit gefährlichste Strasse) nach Coroico hinunter. Zum Glück ist aber diese Straße, die teils nur 3.2 Meter breit ist, mittlerweile beinahe verkehrsfrei, da im letzten Jahr am gegenüberliegenden Berghang eine neue Strasse eröffnet wurde. Eine Wahnsinnsabfahrt von über 4000 Metern auf 2000 in den Nebelwald (Yungas: http://de.wikipedia.org/wiki/Yungas)nach Coroico. Leider war die Fahrt für mich schon etwas früher zu Ende, da ich auf einer schnurgeraden Strecke einen Sturz hatte. Zum Glück ist aber, außer einigen Prellungen, nichts Schlimmeres passiert. Wäre der Sturz nicht gewesen, wäre es ein wunderschöner Tag gewesen, aber trotzdem genoss ich das Essen im warmen Klima unter Palmen, wo die Papageien herumflogen.
Da aber mein Ellbogen nicht besser wurde, beschloss ich am Montag doch noch ins Krankenhaus zum Roentgen zu gehen und rief am Morgen dort an, ob ich am Nachmittag kommen könnte. Mir wurde mitgeteilt, es sei überhaupt kein Problem und ich solle doch vorbeisehen. Als ich allerdings ankam, empfing mich zwar noch ein Arzt, der aber nur meinte, er sei der letzte Arzt der sich noch um die übriggebliebenen Patienten kümmere. Behandeln könne er mich allerdings nicht mehr, da die Klinik bereits verkauft sei und die Röntgengeräte nicht mehr im Haus seien. Was sich seit meinem Anruf alles verändert hatte! Also ging es mit dem Taxi weiter in eine andere Klinik, die noch nicht verkauft war. Ich wurde dort sofort bedient - zwar angenehm für mich, da keine Wartezeit, aber trotzdem ein ungutes Gefühl, einfach, an mindestens zwanzig wartenden Personen vorbei, direkt in den Behandlungsraum durchgewinkt zu werden. Und das nur, weil man weiß ist und damit angenommen wird, dass ich gut bezahle - insgesamt mit zwei Röntgenbildern weniger als 50 Euro. Die gute Nachricht ist, dass nichts gebrochen ist: Der Arzt meinte, ich müsste noch einmal fallen, um kaputte Knochen zu haben. Ich hoffe, mit jenem Röntgengerät, das seine besten Jahre auch schon hinter sich hatte, kann man wirklich Bildern anfertigen, womit man einen Bruch erkennen könnte.
Da ich eigentlich seit Montag in meinen vierwöchigen Ferien bin, plane ich bereits eifrig meine Reisen. Die nächsten drei Tage geht es nach Yanacachi, einem Dorf in den Yungas (siehe oben), indem die Fundación Pueblo vor beinahe 18 Jahren gegründet wurde. Dort werde ich einige Projekte besuchen und einfach die Wärme geniessen.
Danach, wenn in Peru die Streiks wieder vorbei sind, soll es Richtung Cuzco gehen, von wo ich die Inka-Stadt Machu Picchu besuchen möchte. In den darauf folgenden zwei Wochen möchte ich noch das Tiefland Boliviens mit dem Amazonas-Regenwald kennenlernen. Ein volles Programm also bis zu meinem Abflug am 13. August!
Ich sende euch die besten Grüße aus La Paz!
Un abrazo,
Andreas

PS: Wenn manche bereits denken, meine E-Mail-Adresse sei nicht richtig, nur keine Angst: Ich bin nur wieder einmal im Rückstand mit dem Beantworten. Allerdings freue ich mich über jedes einzelne Mail und ich werde JEDES beantworten. Also fleissig weiterschreiben! :-)
Saludos,
Andreas